24. Mainzer Allergie-Workshop 2012 mit Rekordbeteiligung

26. März 2012

Junge Forscher/innen stellten ihre Ergebnisse in Mainz vor:
Allergologisch-immunologische Forschung der Extraklasse!

Mit 170 Teilnehmern war der Hörsaal der Universitäts-Hautklinik in Mainz am 23. u. 24. März 2012 fast voll besetzt. Die Fortschritte aus den Labors und der klinischen Forschung in Deutschland können sich sehen lassen. Mittlerweile werden hierzulande zum Thema Allergie und Immunologie international konkurrenzfähige Ergebnisse produziert.

Zwischen den Kurzvorträgen blieb genügend Zeit zur  Diskussion – der wissenschaftliche Austausch mit den Zuhörern war so gewährleistet!

Vorstellung der Ergebnisse am eigenen Poster mit Fragen und Kommentaren von der Vorsitzenden, Prof. Dr. Natalija Novak (li. im Vordergrund), und den Interessierten beim Poster-Rundgang.

Verleihung der Mainzer Abstract-Preise 2012 (von li. nach re.): Joachim Saloga, Tilo Biedermann, Christoph Bohnen, Jens Malte Baron, Eike Wüstenberg.

Stolze Gewinner der Mainzer Abstract-Preise, ausgewählt durch die DGAKI, vertreten durch Tagungsleiter Prof. Dr. Joachim Saloga (li. außen) u. gestiftet vom Allergenhersteller ALK-Abelló, Wedel, vertreten durch Priv.-Doz. Dr. Eike Wüstenberg (re. außen):

1. Preis: Herr Christoph Bohnen, Paul Ehrlich Institut, Langen für den Beitrag: Recombinant Modified Vaccinia Virus Ankara as an Allergy Vaccine Candidate (V25).

2. Preis: Herr Prof. Dr. med. Jens Malte Baron, Hautklinik, RWTH Aachen für den Beitrag: IL-31 abrogates terminal cell differentiation and skin barrier function in human epidermal structures (V13).

3. Preis: Frau Dr. Susanne Kaesler, Dermatologie, Universitätsklinikum Tübingen vertreten durch Prof. Dr. Tilo Biedermann für den Beitrag: Mast cells establish effective ant-tumor immune defense (V09) .

Die verdienten Pausen wurden zur Kalorienaufnahme, Flüssigkeitszufuhr und raschen Vit.-D-Prophylaxe genutzt: Das Wetter meinte es gut mit dem 24. Mainzer Allergie-Workshop.

Leidenschaftliche Diskussion oder entspannte Gespräche bei Bier, Wasser & Wein: Der legendäre “Mainzer Abend” hält für jeden etwas bereit.

Haben Sie dieses Jahr die Frühjahrstagung der DGAKI verpasst? Dann versäumen Sie nicht den Termin im kommenden Jahr! Tagungsleiter Joachim Saloga hat vorausschauend geplant: Der 25. Mainzer Allergie-Worshop wird am 07. u. 08. März 2013 stattfinden. Markieren Sie jetzt schon Ihren Kalender!

 

 

 

 

Allergengehalt in Pollenextrakten ist zuverlässig messbar

16. Dezember 2011

Europäische Initiative prüft Methoden zur Allergenbestimmung

Der Allergengehalt in Präparaten zur Diagnostik und Therapie kann stark schwanken. Das wirkt sich direkt auf Testergebnisse und Behandlungserfolge aus. Nach jahrelanger Forschung ist ein Durchbruch bei der Allergenbestimmung in Pollenextrakten erzielt worden. Auf einer Konferenz des Europäischen Direktorats für die Qualität von Arzneimitteln (EDQM) in Strasbourg stellten Wissenschaftler neue Methoden vor. Damit werden die wichtigsten Allergene in Birken- und Gräserpollen gemessen. Es handelt sich um Eiweißstoffe, auf die Allergiker überempfindlich mit lästigen Beschwerden an Augen, Nase und Bronchien reagieren.

Zur nachhaltigen Behandlung dient die spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung) mit Allergenpräparaten. Sie enthalten große Mengen vom Polleneiweiß, an die sich das Immunsystem bei wiederholter Gabe langsam gewöhnt. Allerdings ließen sich die Allergenextrakte bisher nicht vergleichen; zu unterschiedlich waren die verwendeten Einheiten, die in Deutschland das Paul-Ehrlich-Institut überwacht.

Jetzt können die Hauptallergene, z.B. Bet v 1 aus Pollen der Warzenbirke (wissenschaftliche Bezeichnung Betula verrucosa), zuverlässig bestimmt werden. Prof. Stefan Vieths, Vizepräsident vom Paul-Ehrlich-Institut und Beirat der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI) sieht darin einen Durchbruch: “Auf diesen Moment haben die Allergologen lange gewartet”. Sind die Tests erst Bestandteil des Europäischen Arzneibuches (European Pharmacopoeia) geworden, steht auf allen Birkenpollen- Präparaten der genaue Allergengehalt.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI)
Prof. Dr. Stefan Vieths, Vizepräsident des Paul-Ehrlich-Instituts
Paul-Ehrlich-Institut, Abteilung Allergologie
Paul-Ehrlich-Str. 51 – 59, D-63225 Langen
Tel (Sekretariat): 06103-772001

EDQM-Symposium zu Refererenz-Präparaten für Allergenprodukte in Strasbourg am 24.11.2011: Ein wichtiger Schritt auf dem Wege zur Angabe von Allergenen in Produkten für die spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung).

Atemwegsreinigung bei Asthma über Nacht

13. Dezember 2011

Beschwerden durch schweres allergisches Asthma lassen sich im Schlaf behandeln: Eine europäische Studie belegt, dass die „inhalative Allergenvermeidung“ durch einen Luftreiniger am Bett wirksam und ohne Nebenwirkungen hilft. Die Behandlung beruht auf einer neuen schwedischen Technologie zur Allergenvermeidung und wurde klinisch getestet. Über ihre Ergebnisse berichten die Forscher im renommierten Medizinfachjournal “Thorax“. An der Multi-Center-Studie nahmen Kinder und Erwachsene aus sechs Ländern teil.
Die getestete Behandlungsmethode vermindert deutlich den Allergengehalt in der Atemluft. So verbessern sich sowohl Beschwerden als auch die Lebensqualität der Patienten. Dank der allergenfreien Phasen kann sich der Patient während der Nacht erholen – mit positivem Effekt am nächsten Tag. Die Therapie mit dem neuartigen Medizinprodukt namens „Protexo“ zeigte nachweislich gute Behandlungserfolge für Patienten, die an einem ganzjährigen allergischen Asthma leiden und zum Beispiel gegen Hausstaubmilben, Katzen, Hunden oder Pilzsporen sensibilisiert sind. Kinderarzt Prof. Eckard Hamelmann, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI), schätzt, dass bei mindestens fünf Prozent seiner Patienten mit ganzjährigem allergischen Asthma die Symptome fortbestehen: „Diese Patienten brauchen zusätzliche Behandlungswege, um ihre Symptome zu kontrollieren und häufige Anfälle zu vermeiden. Die neue Methode kann als begleitende Therapie sicher gute Dienste leisten.“

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI)
Prof. Dr. Eckard Hamelmann, Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Ruhr-Universität Bochum
Tel.: 0234 509-2611

„Hypoallergene“ Hunderassen gibt es nicht

7. Oktober 2011

Hunde-Allergiker müssen weiterhin auf einen Vierbeiner verzichten 

Der angeblich allergikerfreundliche Hund der amerikanischen Präsidentenfamilie hat den Boom mit ausgelöst: Seither werden einige Hunderrassen als „hypoallergen“ vermarktet – zum Beispiel der „First Dog“, ein Portugiesischer Wasserhund oder der Labradoodle, ein hipper Mix aus Labrador und Pudel. Professor Torsten Zuberbier vom Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI) rückt die Hoffnungen zurecht: „Hypoallergene Hunderassen gibt es nicht. Das ist irreführend, und damit sollte bei Allergikern nicht mehr geworben werden.“ Bei Hunden sind sechs Allergene bekannt, die Menschen Probleme bereiten können. Diese wurden in Hautschuppen, im Speichel und Urin der Hunde nachgewiesen. Ein weniger häufiger Haarwechsel spielt, anders als die Züchter nahelegen, keine Rolle. Eine Studie am Henry-Ford-Hospital in Detroit (USA) hat kürzlich 60 Hunderassen daraufhin untersucht, wie stark sie Allergene in ihrer Umgebung verbreiten. Die elf darin eingeschlossenen angeblich hypoallergenen Rassen konnten keinen Vorteil verbuchen. „Wer gegen Hunde allergisch ist, muss sie auch in Zukunft meiden“, betont Zuberbier. Eine Hyposensibilisierung gegen Tierhaare ist leider schwierig. Ist eine Allergieneigung bekannt, wird eher von einem Hund abgeraten.

Quelle: Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI)